James von Celtic Moon


Der Budapester Tätowierer vom Studio Celtic Moon ist in Deutschland regelmäßig auf Conventions und als Gast-Tätowierer tätig. Mit intellektuellem Ansatz sticht er abgefahrene Tattoos in Farbe und in Schwarz-Weiß.

James, wie hat sich als Kunststudent und Grafiker dein Interesse an Tattoos entwickelt?
Im Gymnasium bekam ich einmal ein amerikanisches Tattoo-Magazin in die Finger und begann sofort, die Bilder darin abzuzeichnen. In kürzester Zeit war damit meine Leidenschaft geweckt. Ein Freund äußerte dann plötzlich den Wunsch, eines dieser Designs von mir tätowiert zu bekommen. Aber ich hatte natürlich keine Ahnung und auch kein Equipment. Da brachte der Typ einen anderen Freund mit, dessen Mutter einen Schönheitssalon betrieb, wo auch tätowiert wurde. Ohne jede Anleitung habe ich ihm dann dort das Teil gestochen.


»Meistens versuche ich die Farben so zu wählen, dass sie zum Thema passen – ein bisschen Übertreibung ist dabei ganz hübsch.«


Aber wie hast du dich dann zu einem guten Tätowierer entwickelt?
Als ich anfing, war ich ja erst 17. Das war damals also nur ein Hobby, aber als ich dann in Budapest zur Uni ging, brauchte ich einen Aushilfsjob. Ich hatte von einem Studio dort gehört, wo man dumme Fragen stellende Anfänger anscheinend nicht sofort wieder zur Tür hinauswarf, und ging hin. Und so traf ich Zsolt Sarközi vom Dark Art Studio, einen der wichtigsten Wegbereiter in Ungarn. Dort lernte ich ein bis zwei Jahre, wanderte weiter zu Adrienn Kiss bei Renaissance Art, dann zu Karcsi Farkas bei Ronin und endete schließlich im Celtic Moon, wo ich bis heute arbeite. Dort muss ich mich um gar nichts kümmern, außer ums Tätowieren. Meine ersten Jahre in Budapest waren wirklich hart. Manchmal hatte ich nicht genug Geld, um Essen zu kaufen, aber das war mir egal, denn ich wusste, dass ich es mit Ausdauer und harter Arbeit so weit bringen konnte, dass ich davon leben kann. Aufgrund der Unterstützung, die ich damals von Zsolt und den anderen bekam, versuche ich nun selbst, Talenten weiter zu helfen, als eine Art dankbare Geste.

Tattoo von James, Celtic Moon, Budapest (HU)
Tattoo von James, Celtic Moon, Budapest (HU)


Bevorzugt arbeitet James mit Farbe, sticht aber auch in Black & Grey spekatkuläre Tattoos.


Was hat dich damals noch inspiriert?
Als Ende der 1990er ein ungarisches Tattoo-Magazin herauskam, sah man darin viele Arbeiten von Zsolt Sarközi und Boris, später dann auch von Csaba Müllner, Nyiri Sandor und Peter Udvari. Heute sind meine Lieblingstätowierer Nick Baxter, Jeff Gogué, Nikko Hurtado, Shige und Dmitriy Samohin. Besonders herausheben muss ich noch Guy Aitchison, der wohl als erster den Körperbau des Menschen mit der Struktur seiner Tätowierungen zu einem neuen Ganzen kombiniert hat. Aber ich ziehe auch viel Inspiration aus der Arbeit von Grafikdesignern, Malern oder anderen Kreativen und interessiere mich sehr für Street Art und modernen Surrealismus. In Zukunft werde ich mich vielleicht mehr in diese Richtung orientieren. Allerdings muss man mit Inspiration vorsichtig umgehen. Der Hauptzweck von Tattoo-Kunst soll ja Originalität sein, deshalb ist es sinnlos, jemanden schlicht zu kopieren. Heute interessiere ich mich nicht mehr so sehr dafür, wie ein Tätowierer bestimmte Tattoos macht, sondern welche Vision hinter seinem Konzept steckt. Es ist wichtiger zu verstehen, dass Originalität und Kreativität aus verschiedenen Herangehensweisen, Inspirationsquellen und Problemlösungsstrategien entstehen. 

James
Celtic Moon
Váci Street 17
1052 Budapest, Ungarn
Tel.: 36(0)6 20 429-3630

www.jamestattooart.hu




Den vollständigen Artikel und alle Bilder findet ihr in der April-Ausgabe 2012


Text: Travelingmic
Bilder: James, Travelingmic


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TätowierMagazin 23.03.2012
Text: Travelingmic Bilder: James, Travelingmic
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Stand:21 November 2014 17:02:03