St. Germain-en-Laye ist Frankreich wie aus dem Bilderbuch: Die Altstadt, mit mittelalterlicher Kirche auf dem Marktplatz, niedlichen Bistros und Blumenläden, ist bevölkert von elegant gekleideten Menschen, die in noblen Boutiquen shoppen. Kaum jemand würde hier, in einem der teuersten Wohngebiete der Ile-de-France, ein Tattoo Studio vermuten, das seinen Ursprung in der Punkrock Szene beansprucht. Doch es ist wahr: Zehn Minuten zu Fuß von der Metro Station liegt Dimitri Tatouages, wo der Besitzer Dimitri HK und Steph D., sein bester Freund aus Jugendtagen, sich einen weltweiten Ruf für höchst originelle Bildergeschichten in Form von bunten Tattoos geschaffen haben.

Spektakuläres Drama auf hoher See, meisterhaft und mit viel Farbe umgesetzt von Steph.
In Zusammenarbeit mit französischen und internationalen Stars der Szene haben sie mehrere Projekte für Ausstellungen in Galerien erarbeitet und eine Serie von Büchern mit Tattoo Designs und Bildergeschichten herausgebracht. Die Bände »Le Full Cana Jikken«, »Body Suits«, »Tattoo Handbook«, sowie das absolut geniale Sketchbook von Dimitri HK »Tattooman. Bang!« gehören mit zum Kreativsten und Abgefahrensten, was die internationale Tattoo Szene bisher gesehen hat. Die Bücher, die Bilder und Tattoos von Spitzenleuten wie Jee Sayalero (Human Fly), Safwan (Imago Tattoo), Lea Nahon, Ed Perdomo (Stardust) oder Gotch (Harizanmai) zusammenbringen, sind absolut lohnenswerte Anschaffungen, selbst für Nicht-Tätowierer! Dimitri HK und Steph D. sind Spaßvögel allererster Güte, die Chaos und Genialität ideal verkörpern. Das wurde im Interview mit den Beiden mehr als klar. Lest selbst, wie die zwei unser Gespräch »sabotierten«, aber es dennoch schafften, einiges über ihren Werdegang und ihre Philosophie zu enthüllen. Viel Spaß!

Das passt wirklich zu den beiden Tätowierern: Eine Szene aus dem Filmklassiker »Freaks«.
Erzählt mir doch mal ein bisschen, wo ihr herkommt und wie ihr aufgewachsen seid. Was habt ihr gemacht, bevor ihr Tätowierer wurdet?
Dimitri: In der Schule waren die Lehrer ziemlich schnell genervt von mir und haben mich rausgeschmissen. Daraufhin wurde ich Austern-Präparator, mein Traumberuf. Allerdings lebten die Viecher immer länger, was mich in die Arbeitslosigkeit und schließlich zu Alkohol, Drogen und Prostitution drängte!
Ja, genau …
Steph: Ach, ich bin ganz normal aufgewachsen, in der tristen Vorstadt in einer Arbeiterfamilie. Allerdings hat mein Großvater hobbymäßig gemalt. In der Schule war ich nur im Zeichnen gut, und als ich mich 1990 für die Kunst-Hochschule bewarb, wurde ich als einer von 20 unter 300 Bewerbern ausgewählt. Da habe ich wohl Glück gehabt! Danach habe ich Grafikdesign und Public Relations studiert und dann bis 1996 in der Werbeindustrie gearbeitet. Bei der Army war ich sogar in der »Cartoon-Brigade«!

Dimitri ist in der Lage komplette Geschichten auf einem Arm zu verewigen!
Das ist nicht dein Ernst, oder?
Steph: Doch, tatsächlich, wir haben Comics gezeichnet für so sinnvolle Kampagnen wie »Keine macht den Drogen!« oder »Don’t Drink and Drive!«
Und das soll ich glauben? Woher kennt ihr euch eigentlich? Ihr habt beide mit Musik zu tun, oder?
Dimitri: Seit ich 14 bin, spiele ich in der Punkrock Band »Happy Kolo«. Die Stones haben uns immer bei unseren Stadion-Touren supportet! Steph kenne ich, weil er bei uns im Viertel Pizza ausgefahren hat. Und weil sie ihm in unserer miesen Gegend immer das Bike geklaut haben, musste ich ihn oft zurück zur Pizzeria fahren. So wurden wir Freunde …
Steph: Naja, wir kennen uns seit wir Teenager sind, von Konzerten und so. Du musst wissen, er ist der Verrücktere von uns beiden, während ich eher auf Ordnung stehe. Das ergänzt sich ganz gut.
Den vollständigen Artikel und alle Bilder findet ihr in der Juli 09 Ausgabe …
Dimitri Tatouages
82, rue Léon Désoyer
78100 Saint Germain-en-Laye
Tel.: 33 (0) 130 87 09 59
www.tatouage.fr
www.aroundthecaps.com