The Creepshow


The Creepshow - Stell dich deinen Dämonen


The CreepshowAls Sarah „Sin“ Blackwood damals für ihre schwangere Schwester bei The Creepshow eingesprungen ist, wurde sie über Nacht von der netten Folk-Sängerin zur Horrorpunk-Frontfrau. Zusammen mit ihren männlichen Kollegen „Sick Boy“, „Reverend McGinty“ und „Matt Pomade“ tourt sie seitdem kreuz und quer über den Globus, als sei sie besessen... Nun ist das dritte Creepshow-Album „They All Fall Down“ erschienen und Sarah hat uns erzählt, was Zombies mit unser aller Kindheit zu tun haben und weshalb sie auf Tour manchmal zum Weinen unter die Dusche geht...


Dynamite: Euer neues Album trägt den Titel „They All Fall Down“, welche Bedeutung steckt dahinter?
Sarah: Das Album soll sagen: Stell dich deinem Leben! Mach alles, was du schon immer tun wolltest, und lass dir dabei von niemandem einen Strich durch die Rechnung machen! Wir wollen damit zeigen, dass wir unsere Träume nie aufgegeben haben und bis zum bitteren Ende für ihre Verwirklichung kämpfen werden. Wir wollen all den Leuten da draußen, die Träume haben, ein Beispiel sein. Manchmal muss man einfach den Mut aufbringen, das sichere Terrain der Alltagsroutine zu verlassen, um glücklich zu werden. Und auch, wenn es schwer fällt, sollte man all jenen in den Arsch treten, die einen daran hindern wollen, ein großartiges Leben zu führen.

DYNAMITE!: Erzähl mir von den schwierigen Tagen aus eurem Band-Alltag. Wie motiviert ihr euch gegenseitig, wenn einmal nicht alles großartig ist?
Sarah: Wir halten zusammen. An erster Stelle sind wir schließlich immer noch Freunde und achten darauf, dass jeder in der Band glücklich ist, besonders wenn unschöne Dinge passieren. Es gibt immer irgendetwas, das einen runterziehen und traurig machen kann. Wenn das der Fall ist, sorgen wir dafür, dass wir alle zusammenkommen und darüber reden. Wir reden miteinander, wie man es in einer Familie tut, und ich denke, das ist eine unserer größten Stärken als Band. Die Fähigkeit ruhig zu bleiben und eine Familie zu sein.

DYNAMITE!: Sarah, auf dem neuen Platten-Cover bist du inmitten einer grölenden Männerrunde zu sehen, wie du einen der Kerle ausknockst! Ist es manchmal schwer für dich, in dieser Männerwelt akzeptiert zu werden?
Sarah: Ganz ehrlich, ich habe aufgehört, darüber nachzudenken. Die meisten Leute finden es generell schwierig, sich in Rollen einzufügen. Das liegt oft daran, dass sie sich nicht sicher sind, wo sie im Leben hingehören. Ich weiß, was ich tue, ich weiß wo ich hin will und ich habe nicht das Gefühl, irgendetwas beweisen zu müssen. Ob Mann oder Frau, wenn du genug Selbstvertrauen hast, machst du die Dinge einfach so, wie du es für richtig hältst und hörst auf, darüber nachzudenken, was irgendwelche Leute denken.


Das Horrorbraut-Defizit


The CreepshowDYNAMITE!: Was sind deiner Meinung nach die Gründe dafür, dass man die Frontfrauen im Horrorpunk-Genre an einer Hand abzählen kann?
Sarah: Ich habe wirklich keine Ahnung. Wahrscheinlich brauchen sie – wie in allen anderen männerdominierten Bereichen auch – einfach ihre Zeit, bis sie sich richtig durchsetzen. Vielleicht gibt es aber auch ganz einfach nicht so viele Mädchen, die diese Art Musik machen wollen. Aber das ist eine gute Frage, ich denke ehrlich gesagt äußerst selten über den Mangel an Musikerinnen nach... Ich selbst mache Musik, weil ich es liebe, und ich verbringe nicht sonderlich viel Zeit damit, darüber nachzudenken, weshalb andere es nicht tun.

DYNAMITE!: Wenn Bands an neuen Songs arbeiten, werden sie dabei oft von unterschiedlichsten Faktoren und Erfahrungen beeinflusst. Erzähl mir etwas über euren letzten Studio-Prozess.
Sarah: Die Zeit im Studio war diesmal wirklich fantastisch, denn ein Großteil der Lieder und Strukturen standen bereits vorher fest. Man muss wissen, wir gehören zu den Bands, die dauernd alles verändern müssen und bei denen die meisten Ideen erst im Studio aufkommen... Nach 17 Tagen war dieser Part bereits erledigt und wir konnten uns ausschließlich darauf konzentrieren, die Songs nach unseren Vorstellungen aufzunehmen. Wir verbrachten einen Haufen langer Tage dort und letztendlich haben jede Menge Kaffee und Zigaretten dazu beigetragen, dass das Album bereits in weniger als drei Wochen im Kasten war. Wir arbeiten gerne hart und schnell, denn je schneller wir fertig sind, desto schneller können wir wieder das machen, was wir lieben: Touren!

DYNAMITE!: Du hast einmal gesagt, dass du schon nach wenigen Tagen zu Hause „Tourweh“ bekommst. Was fehlt dir in solchen Momenten am meisten?
Sarah: Ich vermisse es, jeden Abend Musik zu machen und nachts durch die Wüste zu fahren. Wenn wir gerade in Europa waren, vermisse ich außerdem Ivo, unseren Fahrer! Meistens tut es aber gut, nach Hause und somit mal wieder richtig zur Ruhe zu kommen. Auch wenn wir uns dann meistens langweilen und nicht wissen, was wir mit unserer freien Zeit anfangen sollen, ist es doch eine schöne Abwechslung zu den zehn Monaten im Jahr, in denen wir auf Achse sind. Richtig genießen können wir es allerdings nur, wenn die nächste Tour bereits im Raum steht.


Zombie-Overkill

The Creepshow
DYNAMITE!: Kommen wir zu der altbekannten Genre-Debatte. Ihr beschreibt eure Musik als Punk’n’Roll, habt aber auch dieses Horror-Image, das sich wie ein blutgetränkter Faden durch all eure Platten zieht. Mal ehrlich, gehen einem die ganzen Zombies und Monster mit der Zeit nicht auf den Geist?
Sarah: (lacht) Genau aus diesem Grund haben wir versucht, ein bisschen von der Horror-Schiene runterzukommen, eben um die Zombies und Monster nicht leid zu werden. Natürlich lieben wir dieses ganze Horrorzeugs, schließlich sind wir in unseren Herzen alle noch Kinder. Allerdings wollen wir von den Leuten auch ernst genommen werden. Als eine Band, die sich in einem ständigen Entwicklungsprozess befindet, wollen wir uns der Herausforderung stellen, verschiedenste Ideen und Einflüsse zuzulassen. Es würde schnell banal und langweilig wirken, wenn wir uns für alle Zeit an einem Thema oder einem Sound festbeißen würden. Wir lieben es, uns weiterzuentwickeln und zu wachsen, hier wie in allen anderen Bereichen.

DYNAMITE!: Was würdet ihr sagen, wenn euch jemand anbieten würde, euren eigenen Horrorfilm zu drehen?
Sarah: „Are you crazy?!“, hahaha...! Nein, ich befürchte, ich hätte nicht die Geduld für die Arbeit bei Film und Fernsehen. Wobei, ich würde gerne ein Drehbuch schreiben und den Film „Meat Face“ nennen.

DYNAMITE!: Und welche Rolle würdest du in deinem Film übernehmen – „Meat Face“ persönlich oder lieber das kreischende Opfer?
Sarah: Oh, dann wäre ich das Opfer, die sind oft gerissen und sehen außerdem gut aus.



Das komplette Interview könnt ihr in der DYNAMITE 01/11 lesen.


Text: Diana Ringelsiep
Bilder: Ashlea Wessel


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DYNAMITE 26.11.2010
Text: Diana Ringelsiep Bilder: Ashlea Wessel
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musik psycho

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Stand:22 May 2018 10:19:38