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Rampires - Groovender Punk-A-Billy Rampires


RampiresDie Rampires bieten eine wilde Mixtur aus peitschenden Punkrockbeats, einem treibenden Kontrabass, fetten Gitarren, dreckigen Saxofoneinlagen und eingängigen Melodien. Im Herbst 2003 gegründet, erschien im Juni ihr neues Album „Bat Boys Never Die“. Das DYNAMITE blickte im Gespräch mit Kontrabassist und Sänger Marco hinter die Kulissen.

Wann wurde die Band als Godzilla Flip in Münster gegründet, wann und warum in Rampires umbenannt? Wer waren die damaligen Gründungsmitglieder und wer ist heute noch bei den Rampires aktiv?
Irgendwann zum Ende des Jahres 2003 habe ich die Band mit meinem Kumpel Olli gegründet und nach weiteren Mitstreitern Ausschau gehalten. Zur ersten Besetzung gehörten damals noch Claas am Gesang, Mark an der Leadgitarre, Olli an der Rhythmusgitarre und Miro am Schlagzeug. Der Name war ein Schnellschuss, ich sollte zu dem Zeitpunkt eigentlich einen Gig mit meiner damaligen Band Cheeky Rascals rocken. Da die Jungs aber nicht wirklich Zeit hatten und ich parallel ja schon eine zweite Band in Münster gegründet hatte, wurde kurzerhand der Gig an diese Band übergeben. Die Band war aber so neu, dass noch kein Name im Raum stand. Dann haben wir uns einfach kurzerhand für das Konzert nach einem unserer Songs benannt: „Godzilla Flip“. Der Gig lief so gut, dass wir danach den Namen eigentlich nicht wechseln wollten, obwohl da schon hin und wieder einige Bedenken bezüglich des Wortes Godzilla kamen. Als ich dann 2006 einen Briefumschlag von einer Anwaltskanzlei in meinem Briefkasten vorfand, war mir ohne ihn geöffnet zu haben sofort klar, worum es gehen würde. Ich wurde aufgefordert, den Bandnamen zu wechseln, da die Rechte an dem Wort Godzilla bei den japanischen Toho-Filmwerken lägen. Zu dem Zeitpunkt war unser erstes Album „Kamikaze Attack“ auch schon in der japanischen Szene erhältlich. Als wir den neuen Bandnamen suchten, war klar, dass wir etwas aus der düsteren Ecke nehmen würden. So haben wir die Worte Rampage Vampires in die gekürzte Eigenvariante Rampires gebracht und als Bandnamen gewählt. In den knapp zehn Jahren Bandgeschichte kam es natürlich zu einigen Wechseln im Line-up, sodass momentan nur noch Claas und ich am Kontrabass von der Urbesetzung übrig sind.

Die Metal-EinflüsseRampires

Stammen alle Mitglieder aus der Punk- und Rockabilly-Szene und erklärt sich so auch die stilistische Ausrichtung seit den Anfängen?
Nein, nicht wirklich. In den ersten Jahren war ich der einzige Psychobilly in der Band, bis 2007 Phil an der Leadgitarre dazugestoßen ist. Die Rhythmusgitarre wurde immer von Musikern mit einem Schwerpunkt auf Metal belegt. Unsere Drummer kamen auch immer mehr aus der musikalisch härteren Ecke, aus Hardcore und Metal. Und Claas am Gesang ist musikalisch so weltoffen, dass ich da gar nicht erst anfangen will, ihn auf ein Genre festzulegen.

In der Szene hat sich die Band schnell einen guten Ruf erspielt, neben Samplerbeiträgen erschien das Debütalbum „Kamikaze Attack“ auf dem Label Crazy Love Records. Wann war das und wie war die Reaktion auf die damalige Veröffentlichung?
Unser erstes AlbuRampiresm haben wir 2005 bei Crazy Love Records veröffentlicht. Die Reaktionen waren überwiegend positiv und haben uns auch auf das ein oder andere große Festival gebracht. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir auch schon unseren ersten Wechsel im Line-up. Marcel war der neue Mann am Schlagzeug.

Musikalisch ist die Band seitdem dem Psychopunk oder besser gesagt einer Mischung aus Psychobilly, Horrorpunk und Metal treu geblieben. Textlich dreht sich viel um Horror und Artverwandtes. Wie hat sich die Band bis zum zweiten Album „Bat Taste“ entwickelt?
Da 2006 die Klage bezüglich unseres Bandnamens kam, mussten wir ja schnell reagieren. Also haben wir uns ein bisschen beeilt, unseren neuen Namen in Verbindung mit einem neuen Album der Welt zu präsentieren. Das ist auch der Grund, weshalb auf diesem Album nur zehn Songs sind. Es fehlte einfach ein bisschen die Zeit. Guido hat sich direkt angeboten und auch dieses Album auf Crazy Love Records veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt gab es erneut einen Wechsel an den Drums. Philipp hatte sich in kürzester Zeit die Songs angeeignet und sie auch im Studio eingespielt. Textlich ging es auch ein bisschen mehr in die Richtung des neuen Bandnamens. Musikalisch war es auf jeden Fall ein Schritt nach vorne im Vergleich zu unserem ersten Album.

 

Psychobilly-
Verstärkung

2009 gab es ein weiteres musikalisches Lebenszeichen der Band, „Bat To The Bone“ kam auf dem Label Psycho T Records heraus. Wie lässt sich der Zeitraum bis heute skizzieren, inwiefern hat sich die Band weiterentwickelt?
Durch einen erneuten Line-up-Wechsel hat die Band nochmals einen großen Schritt nach vorne gemacht. Marc, unser Lead-Gitarrist, hatte aus familiären Gründen die Band verlassen und wurde 2007 von Phil ersetzt. Ein neuer Gitarrist bringt natürlich auch immer neue Ideen mit und ich war nun nicht mehr der einzige Psychobilly in der Band. Das Album hatte alles bis zu dem Zeitpunkt von uns Aufgenommene in den Schatten gestellt. Das lag natürlich auch daran, dass wir uns viel mehr Zeit für das Songwriting genommen und alles richtig ausgearbeitet hatten. Ohne Zeitdruck!

Im Juni veröffentlichten die Rampires ihr neues Album, treffenderweise „Bat Boys Never Die“ betitelt. Wie habt ihr zum neuen Label und Vertrieb gefunden?
Nach einigen Angeboten von Labels, die eher ein schlechter Witz als ein Plattendeal waren, haben wir nun mit Longneck Records ein passendes Label für uns gefunden. Die CD kommt im schicken Digipak mit 12-seitigem Booklet und die LP im Splitter-Vinyl daher. Und für die Leute, die es wünschen, gibt es das ganze Paket natürlich auch als Download. Johnny Longneck hat uns ein echt faires Angebot gemacht und ich bin froh, dass wir mit ihm arbeiten. Er hat die gleichen Ansichten wie wir und mit Cargo Records auch einen soliden Vertrieb am Start.

Verzögerungen durch 
Line-up-Wechsel

Über welchen Zeitraum hinweg entstanden die Songs? Wie viele Songs habt ihr aufgenommen, in welchem Studio und mit welchem Produzenten habt ihr gearbeitet?
Erneute Besetzungswechsel haben die Aufnahmen verzögert, bis Marcel als Schlagzeuger zu uns zurückkehrte. Der neue Rhythmus-Gitarrist ist Horro. Wir haben das Album 2012 aufgenommen und Anfang 2013 noch den letzten Feinschliff im Toxical-Noise-Studio gemacht. Der Mann hinter dem Mischpult war wie immer Manfred Schulz. Da wir die letzten Male gut mit ihm zusammengearbeitet hatten, sahen wir keinen Grund, das zu ändern. Mit zwölf Songs im gewohnten Rampires-Gewand wollen wir jetzt unsere Hörer beglücken.

Kannst du bitte 2-3 Stücke des Albums, die allen besonders am Herzen liegen, skizzieren, in musikalischer und textlicher Hinsicht?
Das ist schwer, aber ich werde es mal versuchen. Da hätten wir z. B. „Porcelain & Glue“. Zu diesem Song haben wir auch ein Musikvideo gedreht, das momentan noch im Schnitt ist. Der Song lebt vor allem von seinem vielstimmigen Gesang, weil wir unterschiedliche Passagen von drei verschiedenen Leuten singen lassen. Aber auch die zwei unterschiedlichen Gitarrenmelodien, die übereinander liegen, sind nicht zu verachten. Ein weiteres Beispiel wäre „Vampires Warehouse“. Es ist ein typischer Song aus meiner Feder. Metal-Gitarre trifft geile Leadgitarre und wird im Background-Gesang von allen begleitet. Thema: Amazon für Untote ...

Polygamie: Die Zweitbands 
der Rampires

Es ist anzunehmen, dass die Mitglieder der Rampires nicht alleine von der Musik leben können – wer betreibt noch ein musikalisches Nebenprojekt bzw. geht einem regulären Job nach?
Dass man von dieser Musik nicht wirklich leben kann, weiß jeder. Also haben wir natürlich alle noch einen ganz normalen Job, dem wir täglich nachgehen – größtenteils im handwerklichen Bereich. Jeder von uns hat aber auch noch eine Zweitband. Claas und ich spielen noch bei der Skapunk-Band El Bosso Meets The Skadiolas. Phil spielt noch bei der Psychobilly-Kapelle Wreck Kings. Marcel spielt bei der Coverband „No Name For A Use“ und Horro spielt noch in einer Rockband namens Scrotem.

Wie sieht eure Planung für die kommenden Monate aus? Werdet ihr zunächst Festival-Shows spielen, dann eine Hauptact- oder Support-Tour für eine namhafte Band zwecks Album-Promotion hinterherschieben? Was ist geplant, um die Fangemeinde auch zukünftig wachsen zu lassen?
Nach unserer Release-Show sind fast alle erst einmal ein bisschen im Urlaub. Dann geht es aber direkt weiter mit zwei Open-Air-Festivals. Danach kommen einige Gigs in diversen Clubs, quer durch Deutschland. Eine komplette Tour haben wir nicht geplant, da das aufgrund unserer Arbeit und unseres Privatlebens in diesem Jahr nicht mehr möglich war. Ich hoffe, dass wir es 2014 endlich schaffen, eine Tour zu unserem zehnjährigen Jubiläum zu spielen.

Was sollten die DYNAMITE-Leser abseits der Musik über die Rampires wissen?
Das ist privat. (lacht) Nein, ernsthaft: Musik ist unser Leben. Wir sind wirklich gespannt, ob euch unser neues Album genauso gut gefällt wie uns und sind für Belobigungen oder Kritik immer offen!

 

www.rampires.com



Text: Frank Keil
Bilder: Oli Gode (Promo), Knipsmack Tim Hackemack Photography (live)




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25.10.2013
Text: Frank Keil Bilder: Oli Gode (Promo), Knipsmack Tim Hackemack Photography (live)
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musik psycho

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