Dynamite Pin-up Contest 2013 - Fräulein Herzvoll


Fräulein HerzvollBeim Finale unseres diesjährigen Pin-up-Contests kämpften auf der Bühne des Walldorf Weekenders fünf bezaubernde Damen um den begehrten Titel. Ein 33-jähriges Vollweib aus Bamberg konnte das Publikum vollends überzeugen. Ladies and Gentlemen, unser Pin-up 2013: Fräulein Herzvoll.

Wie bist du auf die Idee gekommen, bei unserem Contest mitzumachen?
Das war wirklich nur Spaß, weil ich einfach wissen wollte, wie jemand „mit mehr“ ankommt. Und ich habe ja schon deutlich mehr als die anderen. Ich hatte schon Zweifel, ob die Redaktion mich überhaupt nimmt.

Hast du das alleine entschieden oder mit Freunden und Familie?
Ich habe bis zum 24. Dezember (Einsendeschluss für die Bewerbungen, Anmerk. d. Red.) hin- und her überlegt und habe auch keinem erzählt, dass ich das machen will. Meine Freunde wussten es dann später – klar, weil die auch das Heft lesen. Ich habe es nicht groß erzählt, weil ich mich nicht blamieren wollte, sollte es nicht klappen.
Fräulein Herzvoll
Das erste Mal – vor der Kamera

Hast du schon Erfahrungen mit Shootings?
Nein, eigentlich gar nicht. Es gibt nur die Bilder, die ihr kennt. Die hatte ich damals beim Sergio Stiletto gemacht. Das hatte ich von meinem Mann zum Geburtstag geschenkt bekommen. Die Bilder waren nur just for fun, für mich. Das Shooting war damals noch schwieriger, weil ich nicht so der Posertyp bin. Es war ungewohnt, weil ich da eigentlich viel zu steif war. Am Anfang ist es echt schwer, da reinzukommen. Vor allem in das übertriebene Posen etc. – das war schon anstrengend.

Denkst du, dass ein Shooting mit Frauen hinter der Kamera einfacher ist?
Nein, ich denke, dass die wesentlich kritischer sind. Das liegt ja in der Natur der Frauen.

Lebst du deinen Stil auch im Alltag aus?
Ja, ich laufe auch auf der Arbeit so rum. Immer. Das finden die Kollegen natürlich auch immer lustig.

Wann ging’s bei dir mit dem Rock’n’Roll los?
Ich würde sagen das Festival Rock My Ass war 2008 so das ausschlaggebende Wochenende.

Eine gestandene Mama

Wie ich weiß, bist du schon Mama. Was sagen deine Kinder zu deinem Lifestyle?
Ja, ich habe Zwillinge, zwei zehnjährige Mädchen. Die hassen uns dafür. Die Tattoos sind peinlich, die Musik ist nicht ihre. Du musst wissen, dass unsere Heimat Bamberg erzkatholisch ist. Und da fällt man, so wie wir aussehen, schon auf. Aber wenn die Leute zu uns in die Wohnung kommen, sind sie immer total begeistert und wollen bleiben. Die Küche, das Wohnzimmer – alles ist im Stil die Fifties eingerichtet, das gefällt den Leuten.

Dein Mann ist Tätowierer – stammen deine Tattoos von ihm?
Ja, alle. Angefangen mit den Tattoos hat das 2009; also eigentlich 2008, aber nur mit ein paar Sternchen. Die hat er dann gecovert.

Fräulein Herzvoll mit Chefredakteur Tilmann ZiegenhainKriegst du Rabatt?
Ja, in Naturalien. (lacht) Dann setze ich meine Brille auf ...

Warst du das erste Mal beim Walldorf Weekender?
Ja, und es war superschön. Ich hätte gerne mehr mitbekommen, besonders von der Poolparty. Das sah wirklich nach Spaß aus, aber man will ja auch nicht die Frisur kaputtmachen. Nachts habe ich dann noch den Oldtimerparkplatz genießen können.

War es auch dein erstes Mal auf der Bühne?
Ja, auch erstes Mal. Weiß nicht, ob ich es mir noch mal antun würde: Die Poserei, du darfst nicht stolpern. Du hast so viele Gedanken im Kopf, wenn du da hochläufst und bist schon nervös.

Hattest du dich irgendwie vorbereitet?
Nein. (lacht) Gar nicht. Ich habe mir gedacht, das Typische macht eh jeder, mit Küsschen in die Menge und so weiter. Ich habe dann das Versuchen einfach abgebrochen und auf der Bühne dann auch nicht so viel gemacht wie die anderen, also glaube ich.

 

Weniger ist mehr

Wie war es, sich professionell stylen zu lassen?
Ich find’s an sich super, weil man sich selbst schwer tut, insbesondere mit den Haaren. Das Team war auch spitze, die waren gut drauf und hatten Spaß und haben’s auch super gemacht. Ich selbst benutze kein Make-up und Puder. Nur Wimperntusche und Lippenstift, sonst nichts. Ich bin halt nicht komplett maskiert, wenn ich weggehe. Weniger ist doch manchmal mehr.

Wie war da der Ablauf, habt ihr vorher drüber geredet?
Beim Schminken schon, bei den Haaren wollte ich nur, dass der vordere Bereich hochgesteckt wird. Ich habe mich dann aber ansonsten voll auf die Leute vom Fach verlassen.

Wem hast du als Erstes erzählt, dass du gewonnen hast?
Der Family und den besten Freunden, per SMS. Die gingen noch in der Nacht raus. Durch Facebook ging das dann relativ schnell. Die Arbeitskollegen, die nicht in der Szene sind, haben es so mitbekommen und waren alle total baff.

Soll es nun mit der Pin-up-Karriere weitergehen?
Ja, kann ich mir schon vorstellen, das zu machen. Definitiv, for fun, wenn sich was ergeben würde. Ich würde aber nie versuchen, das hauptberuflich zu machen.

Wie bist du denn auf deinen Künstlernamen gekommen? Gab es den schon vorher?
Den habe ich nur für den Contest ausgesucht. Ich wollte unbedingt was Deutsches, weil ich finde, dass das in letzter Zeit sehr untergeht. War dann auch gar nicht so einfach, was zu finden.

Demnächst: Der eigene Szene-Laden

Stimmt es, dass du planst, einen Szene-Laden aufzumachen?
Ja, ich habe ab Juni einen Laden gemietet. Den muss ich noch ein- und herrichten und entsprechend Ware einkaufen. Es soll für Männlein und Weiblein Sachen aus dem Rock’n’Roll geben. Gerade auch für Herren, also Pomade, Hosen etc. Für Männer ist in der Region schwer, was zu kriegen. Die wollen doch auch anfassen und probieren etc. Ich glaube, das finden auch Männer beim Shoppen schöner. Ende August, Anfang September ist die Eröffnung geplant. Einen Namen gibt es schon: Lippenrot & Schmiere.

Willst du dafür deinen Job aufgeben?
Am Anfang will ich das halb halb machen. Ich arbeite momentan nur drei Tage die Woche, mache aus Teilzeit also wieder Vollzeit. Das ist aber so einfacher mit den Kindern, auf selbstständiger Basis.

Warum bist du nicht in den Tattoo-Shop deines Mannes mit eingezogen?
Der Laden ist in der gleichen Straße. Aber bei ihm im Shop ist der Raum zu klein. Und es ist auch nicht so gut, wenn man die ganze Zeit aufeinanderhockt.

 

Fräulein Herzvoll auf Facebook



Text: Tilmann Ziegenhain
Bilder: Mathias Schneider (Sideview Inn)




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27.09.2013
Text: Tilmann Ziegenhain Bilder: Mathias Schneider (Sideview Inn)
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Stand:10 December 2016 23:23:12