49°MetalZone - von Afrika nach Bayreuth


49°MetalZoneHeavy Metal und Afrika – eine Kombination, die eher ungewöhnlich anmuten dürfte. Um so spannender die Frage nach den Hintergründen, der afrikanischen Metal-Szene und was das ganze mit der oberfränkischen Kleinstadt Bayreuth zu tun hat.

Genau dort soll es nämlich Ende Oktober das erste Mal ein afrikanisches Metalfest geben. Ein Wochenende lang wird krosskontinentale Metalverständigung betrieben: Ausstellungen, Lesungen, Filmvorführungen und – natürlich – akustisches Schwermetall live und in Farbe.

Für das 49°MetalZone Minifestival haben sich das Iwalewa-Haus der Uni Bayreuth und das  Jugend- und Kulturzentrum Schoko e.V. zusammengetan und versorgen euch über drei Tage mit Einblicken in die botswanische, kenianische, ägyptische, und angolische Metalwelt.

Und weil das 49°MetalZone das erste seiner Art ist, haben wir uns entschlossen, euch ab sofort jede Woche eine Band im Line-up näher vorzustellen.

Davor jedoch haben wir uns erstmal mit der Initiatorin Alexandra in Verbindung gesetzt, die uns ein wenig über das 49°MetalZone aufklären wird.

24.-26.10.2013RNR: Wie bist du auf die Idee gekommen, das Minifestival aufzuziehen, warum ausgerechnet mit afrikanischen Bands und warum in Bayreuth?


Alexandra: Die Idee, die Metalszene Afrikas in Deutschland vorzustellen entstand bereits 2011/12 im Iwalewakollektiv. Damals rückte besonders die Metalszene Madagaskars ins Blickfeld. Ziemlich schnell kam die Frage auf, welche Rolle Metal auf dem Kontinent spielt. Es gibt dort wirklich einige Bands und sehr länderspezifische Metalszenen. 

Ich selbst kam einerseits durch mein Studium 'Kunst und Kuration' und meine Arbeit am Iwalewahaus zum Festivalprojekt. Andererseits beschäftige ich mich schon länger mit zeitgenössischen Musikkulturen Afrikas.

Es war schnell klar, dass das Festival in Bayreuth stattfinden wird, vor allem, da das Iwalewahaus als Zentrum für zeitgenössische Kunst, Musik und Popkultur Afrikas und als Afrikazentrum der Universität Bayreuth als Organisator des Festivals in Bayreuth verwurzelt ist.

Ein wichtiger Grund für die Standortwahl ist auch, dass das Festival 49°MetalZone in der langen Tradition des 'Grenzüberschreitungen'-Festivals steht, das von Iwalewahausgründer Ulli Beier ins Leben gerufen wurde.

RNR: Kanntest du dich bereits vorher mit der afrikanischen Metalszene aus oder war das auch für dich etwas ganz neues?


Alexandra: 2011 kam ich das erste Mal bewusst mit der Metalszene in Afrika in Kontakt und durch die Recherchen und die Festivalarbeit habe ich wirklich sehr viel über die Szenen gelernt.

Ich kann vielleicht soviel verraten: die Gründe warum sich in einigen Ländern Afrikas eine Metalszene gebildet hat, sind oft sehr unterschiedlich und eng mit der Geschichte und den Strukturen des jeweiligen Landes verknüpft.

Im Iwalewahaus haben wir über die Festivalzeit einen sogenannten 'Studyroom' installiert, indem man einiges mehr über die genaueren Umstände und über einige afrikanische Metalbands erfahren kann.

RNR: Wie bist du auf BEFORE CRUSH und PARKING LOT GRASS gestoßen?


Alexandra: BEFORE CRUSH sind eine echte Größe in der Metalszene Angolas und ihr Sound rockt! Es war klar, dass die Jungs in Deutschland spielen müssen.

Der Kontakt kam über die Verbindung des Iwalewahauses mit der angolanischen Kulturszene zustande. Hinzu kam, dass etwa zur gleichen Zeit der Dokumentationsfilm "Death Metal Angola" von Jeremy Xido auf einigen Festivals in den USA und Afrika gezeigt worden ist und mehrmals ausgezeichnet wurde.

Film und Band sind nun Teil des Festivals, worüber ich mich sehr freue.

Auf die Heavy-Metalband PARKING LOT GRASS aus Kenia bin ich über die enge Verbindung zwischen Bayreuth und Nairobi gestoßen. PLG und BEFORE CRUSH sind neben SHARK TANK aus Nürnberg und den AARDVARKS aus Bonn am Samtag, den 26.10. in der Schokofabrik in Bayreuth live zu sehen.

RNR: Warum wurde es kein rein afrikanisches Lineup?


Alexandra: Das 49°MetalZone-Festival steht in der Tradition des 'Grenzüberschreitungen' Festivals. Die Idee dahinter ist, das nicht nur Musiker aus Afrika nach Deutschland eingeladen werden, sondern auch, dass zwischen den afrikanischen und den deutschen Bands ein Austausch stattfinden kann.

2013 werden die Grenzen nicht nur räumlich überschritten, sondern auch durch den unterschiedlichen musikalischen Schwerpunkt jeder Band innerhalb des Metal-Genres.

Die Annahme, das Festivals rein musikalisch zu verstehen sind, wird durch das abwechslungsreiche Programm mit Filmvorführungen, der Fotografieausstellung "Renegades", Vorträgen und vielem mehr ebenfalls überschritten.

Aus dieser Festivaltradition heraus war es also wichtig ein gemischtes und abwechslungsreiches Lineup und Programm zusammenzustellen.

AblaufplanRNR: Worauf freust du dich persönlich am meisten?


Alexandra: Das ist eine schwere Frage, da jeder Programmpunkt seinen ganz besonderen Reiz hat. Alle drei Tage werden sehr spannend. Besonders, weil die afrikanischen Bands und Frank Marshall die gesamten drei Tage über anwesend sein werden.

Und am Freitag stoßen auch noch Julia Eckel (Vortrag: "Kutte und Co. Zur textilen SchriftBildlichkeit des Heavy Metals"), Ekkehard Knopke (Vortrag: "Metal in Kenya- Kenyan Metal. Zur Transformation des Metalcodes in der sozialen Praxis") und der Fotograf Jörg Brüggemann (Präsentation: "Metalheads", Momentaufnahmen einer globalen Metalszene u.a. Ägypten) dazu.

Am meisten freue ich mich, abgesehen vom Konzert in der Schokofabrik, auf den Austausch zwischen den Bands, den Vortragenden, dem Künstler und den Besuchern und wenn alles gut läuft, wird es im kommenden Jahr eine Fortsetzung zum Thema Rock und Metal in Afrika geben.

RNR: Warum lohnt sich ein Besuch des Metalfestivals?

Alexandra: Ein Besuch lohnt sich aus mehreren Gründen. Zum Einen bietet das Festival die Möglichkeit, sich mit einer sehr spannenden Seite des Metal zu beschäftigen. Die Frage ist doch: wer hat sich schon einmal mit der Metalszene in Afrika auseinandergesetzt? Das werden die Wenigsten getan haben und das 49°MetalZone Festival bietet nicht nur die Möglichkeit sich mit dieser Seite zu beschäftigen, sondern auch Metalbands aus Afrika live zu erleben.

RNR: Wo gibt es Tickets?
49° MetalZone Plakat
Alexandra: Tickets gibt es in Bayreuth im Iwalewahaus, Münzgasse 9  und im Kraftraum, Sophienstraße 16 oder online unter iwalewa.tickets@yahoo.de. Der Kartenvorverkauf startet am 1. Oktober.

Das Programm im Iwalewahaus ist kostenfrei. Nur für das Konzert am Samtag in der Schokofabrik , Gaußstr. 6 in Bayreuth, werden Tickets benötigt. Das Ticket kostet im VVK 7 Euro, an der AK ist man mit 8 Euro dabei.

Die Tickets erscheinen günstig und der Spontankauf an der AK verlockend – aber Achtung: die Tickets sind wirklich sehr streng limitiert. Früh kaufen lohnt sich und das ist in diesem Fall kein Spruch!

RNR: Danke, Alexandra, dass Du uns ein bisschen über das 49°MetalZone erzählt hast. Viel Erfolg damit und in den kommenden Wochen erfahren unsere Leser noch etwas mehr über die Bands, die es Ende Oktober in Bayreuth zu sehen gibt!




Text: RNR
Bilder: © 49°MetalZone




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30.09.2013
Text: RNR Bilder: © 49°MetalZone
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musik hard und heavy

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