Besser Boxern mit den BMW GS Individual von M-Tec


Mit knapp 130 Pferdestärken und Öhlins-Fahrwerk wird aus der R 1200 GS ein noch deutlich faszinierenderes ­Motorrad. Links der M-Tec-Tourer, rechts das M-Tec-SuperbikeTechnik: BMW GS Individual - M-Tec
In unserer neuen Serie „GS Individual“ zeigen wir, welches Potential im Bestseller-Boxer noch schlummert. Zum Start nehmen wir uns zwei Umbauten des bayrischen BMW-Spezialisten M-Tec zur Brust.

Der heiligen BMW-Kuh lässt sich nicht viel vorwerfen. Schwächen wie das lästige Konstantfahr­ruckeln, Lastwechselreaktionen des Kar­dans und das hakelnde Getriebe wurden bei der Modellpflege 2008 eliminiert. Auch die Detailverarbeitung und die Materialgüte zahlreicher Anbauteile wurden damals deutlich verbessert.

Insbesondere seit der letzten Über­arbeitung zum Modelljahr 2010 ist die R 1200 GS über (fast) jede Kritik erhaben. Der stark überarbeitete Motor mit obenliegenden Nockenwellen geht noch druckvoller und drehfreudiger zu Werke.Mit seither 110 Pferdestärken und 120 Newtonmeter Drehmoment bietet das Boxer-Aggregat Feuer in allen Lebens­lagen und vermittelt obendrein serienmäßig ein anregendes Sounderlebnis.

Geblieben sind Detailmängel wie der unzureichende Spritzschutz am Hinterrad, ein Windschild, der – je nach Statur des Fahrers – für kräftige Verwirbelungen in Helmhöhe sorgt und Federelemente, die sportlichen Fahrernaturen auch in härtester Stellung nicht straff und verbindlich genug arbeiten. Für manches Gesäß ist die Sitzbank zu weich gepolstert und wer auf großem Fuß lebt, findet die BMW-Rasten mitunter zu klein geraten …

Die Ansprüche der GS-Gemeinde unterscheiden sich bisweilen drastisch und die rührigen Zubehörhersteller halten individuelle Lösungen für nahezu alle vorstellbaren Bedürfnisse bereit. So können Speedfreaks und Weltenbummler gleichermaßen ihre Traum-GS Wirklichkeit werden lassen.
 

Mehr Fahrspaß als auf dem M-Tec-Superbike hatten wir noch auf keiner GS. Wie eine 500er Supermoto lässt sich die Maschine in die Kurve schmeißen, für zackige Richtungswechsel genügt ein leichter Zupfer am Superbike-Lenker. Die Kombination aus 17"-Rädern mit Michelin-Pilot-Pure-Bereifung und 30 Millimeter tiefergelegtem Öhlins-Fahrwerk macht aus der hochbeinigen Komfort-Enduro ein überaus präzise agierendes Sportgerät. Statt des etwas entkoppelten, sänftenartigen Fahrgefühls gibt es messerscharfes Handling und höchst trans­parente Rückmeldung von der Straße. Dabei ist die M-Tec-BMW keineswegs ein bretthartes Bandscheiben-Foltergerät, sondern kann auch auf Buckelpisten mit hervorragender Dämpfung und feinfühliger Federung vollauf überzeugen. Zumal sich auch das Öhlins-ESA per Knopfdruck feinabstimmen lässt. Durch die abgepolsterte Ergotec-Sitzbank sitzt der Fahrer mehr im als auf dem Motorrad, wodurch das Fahrerlebnis weiter intensiviert wird.
  
Wer es darauf anlegt, fährt damit Kreise um jede Serien-GS. Auch, weil der Boxer dank umfangreichem M-Tec-Tuning knapp 130 TÜV-konforme PS und ebensoviel Newtonmeter freisetzt. Das Aggregat hängt hellwach am Gas und schiebt ab Standgas mit unwiderstehlicher Vehemenz an. Ein einziger Wahnsinn. Dabei handelt es sich um den „alten“ Motor, der noch nicht über die obenliegenden Nockenwellen verfügt.

Um das sportliche Potential weiter auszureizen, verbauten die Bayern auch noch eine Antihopping-Kupplung nebst Dynojet-Quickshifter, so dass beim Runterschalten weder Gas weggenommen noch ausgekuppelt werden muss. Feine Sache. Mit der Umkehrung des Schaltschemas, also erster Gang oben, alle anderen Gänge nach unten tackern, konnten wir uns hingegen nicht richtig anfreunden. So etwas braucht’s normalerweise nur auf der Rennstrecke bei ­extremen Schräglagen. Wobei diese GS auch dort eine überaus gute Figur machen würde. Für die Fahrspaß-Krönung sorgt schließlich die Twinshot-Anlage, die mit ihrem sonoren Bass den sportlichen Ausritt anregend untermalt.

Während die blaue M-Tech-Maschine auch optisch keinen Hehl aus ihrem Leis­tungsvermögen macht, gibt die weiß-schwarze GS den Wolf im Schafspelz. Dabei hat’s auch sie faustdick hinter den Zylindern des aktuellen 2010er-Boxer-Triebwerks, das es dank M-Tech-Tuning auf 126 Pferdestärken und 131 Nm Drehmoment bringt. Auch sonst sind die beiden M-Tec-Kühe größtenteils gleich aufgebaut, wenngleich der Tourer naturgemäß mehr GS und weniger Sportler ist. Also keine Tieferlegung, kein ESA (aber Öhlins-Fahrwerk), mit originalem Radsatz und soliden, großvolumigen Alu-Gepäckboxen von SW-Motech. Wer nicht auf die BMW-Tupperware steht und 120 Liter Stauraum braucht, muss dafür allerdings auch die furchtbar ­fummeligen Schlösser in Kauf nehmen.
 

M-tec GS-superbikeM-tec GS-Tourer
M-tec GS-Superbike (links), M-tec GS-Tourer


Den vollständigen Bericht lesen Sie in REISE MOTORRAD 5/2012.

Text: Carsten Heil
Bilder: Volker Rost


REISE MOTORRAD 05/12 bestellen
REISE MOTORRAD Abonnieren
auf Facebook teilen

REISE MOTORRAD 07.08.2012
Text: Carsten Heil Bilder: Volker Rost
REISE MOTORRAD 05/12 bestellen
REISE MOTORRAD Abonnieren
auf Facebook teilen

motorrad

Verwandte Artikel

Kawasaki: Vier
Neuheiten für 2010

Die ersten Eckdaten für vier neue Kawasakis des Modelljahrs 2010 wurden kurz vor Redaktionsschluss bekannt gegeben: Das Touren-Flaggschiff 1400GTR wurde optisch und technisch überarbeitet. Neu sind die höhere und elektrisch einstellbare Windschutzscheibe, die mehr Komfort bieten soll, sowie die reduzierte Hitzeentwicklung des Motors und die modifizierten Rückspiegel, die nun eine bessere Sicht nach hinten bieten.

Drei bärenstarke
Typen

Hubraumstarke Zweizylinder-Enduros stehen in der Gunst von Motorradreisenden hoch im Kurs. Sie sind vielseitig einsetzbar, komfortabel und langstreckentauglich. Als „State of the Art“ darf immer noch die BMW R 1200 GS gelten, wenngleich die Luft dünner geworden ist.

Die neue GS mit
Wasserkühlung

Da ist sie also endlich, die komplett neue BMW R 1200 GS. Nach 90 Jahren bekommt der nun 125 PS starke Boxer erstmals eine Wasserkühlung. Es war klar, dass die anderen sich das nicht ewig anschauen würden.

CVO-Modelle 2011

Die Modelle aus der Sonderabteilung Custom Vehicle Operations (kurz CVO) bilden die Speerspitzen im Lieferprogramm von Harley-Davison. Für das Modelljahr 2011 entwickelten die Custom-Spezialisten der Company drei Touring-Modelle und eine Softail

Starke Angebote bei
Yamaha

Der japanische Motorradhersteller hat ab sofort vier seiner Modelle zu einem deutlich reduzierten Preis im Angebot. Wer jetzt zuschlägt kann beim Kauf eines Neufahrzeugs bis zu 2.500 Euro sparen.

BMW R 1200 GS gegen
KTM 1190 Adventure

Die beiden neuen Allzweckwaffen von BMW und KTM im großen Praxistest: Kann die GS die bärenstarke 1190er aus Österreich in die Schranken weisen? Die GS bekommt keine Verschnaufpause: Von Aprilia bis Yamaha haben mittlerweile fast alle Hersteller mehr oder weniger ernsthafte Konkurrenten zu BMWs Dauerbrenner im Angebot. Und sie alle wollen nicht nur ein kleines Stück vom großen Fernreisekuchen abbekommen, sondern die bayrische Edelkuh am liebsten endlich vom Thron stürzen.

Champion ICCG

Mit seinem Eigenbau „The Machine“ gewinnt ein Customizer aus Weissrussland die International Custombike Championship Germany

Lottermann Sporty

Und die Sportster ist doch die bessere Harley! Wenn wir drauf sitzen und sie fahren, dann merken wir’s. Selbst der serienmäßige Motor bollert noch wie in alten Zeiten …
Newsletter bestellen
weiter
Welche Themen interessiern dich?
Bike Auto Tattoo Musik
Szeneshop - Strictly For Rockin People
Kurzarm-Hemd Averill türkis
Kurzarm-Hemd Averill türkis
59,90€
49,90€
T-Shirt John Lennon Slimfit
T-Shirt John Lennon Slimfit
27,90€
9,90€
Stand:24 April 2014 15:32:43