Reisen: Slowenien und Kroatien
Seit 20 Jahren sind Slowenien und Kroatien unabhängige Staaten. Passend zum Jubiläum erkundeten wir die Republiken zwischen Alpen und Mittelmeer.
Wir lassen unsere Tour langsam angehen. Per pedes geht es durch die unter Denkmalschutz stehende Innenstadt der früher als Laibach bekannten slowenischen Hauptstadt Ljubljana. Unsere Fremdenführerin macht uns mit einigen Besonderheiten der sehr gut erhaltenen Bausubstanz bekannt. So durften früher die Häuser nur drei Fenster nebeneinander haben. Das war dem Platzmangel innerhalb der Stadtmauern geschuldet. Inzwischen ist diese Vorschrift natürlich nicht mehr gültig und einige der schmalen Häuser wurden verbunden. Zu Zeiten der Habsburger Monarchie war Laibach eine Art Testareal der Architekten. Hier entstanden oft Formen, die bei Gefallen in Wien aufgenommen wurden. Viele Brücken über das Flüsschen Ljubljanica verbinden die beiden Ufer, an denen gerade im Sommer viele Veranstaltungen stattfinden.
Slow Food und Easy Going
Der nächste Morgen sieht unsere bunt gemischte Truppe aus Freunden und Bekannten endlich auf den Bikes und unterwegs in den Nordosten des Landes. Hier ist als erster Stopp die Besichtigung eines Motorradmuseums eingeplant. Nach rund sechzig Kilometern Fahrt geht es tief zurück in die Vergangenheit. Im kleinen Örtchen Vransko präsentiert der private Betreiber auf zwei Ebenen über einhundert alte Motorräder. Aufgeteilt nach Themenbereichen stehen hier italienische, deutsche, amerikanische und britische Bikes. Einige seltene Exponate befinden sich darunter, so auch eine DKW 250 „Ladepumpe“ von 1937. Doch auch regionale Besonderheiten wie der Prototyp eines jugoslawischen Motorrads und der erste in Slowenien produzierte Motorradmotor sind zu sehen.
Im bergigen Hinterland finden wir feine kleine Straßen, die uns über kaum befahrene Pässe in Richtung slowenischer Steiermark führen, zum Auftakt bezwingen wir den Črnivec-Pass. Im winzigen Örtchen Luce stoppen wir in der Pension Raduha zum Mittag. Inhaberin Martina serviert uns regionale Köstlichkeiten, die alle von ihr bestens bekannten Lieferanten stammen. Dabei macht das Slow-Food-Restaurant seinem Namen alle Ehre, denn unsere Pause zieht sich über fast drei Stunden hin ...
Wieder unterwegs folgen wir dem Tal der Savinja Richtung Norden. Es führt uns über weit geschwungene Straßen zu unserem Tagesziel, dem Logar-Tal. Dieses gilt schon seit den Achtzigerjahren als Naturpark und wird von einer Genossenschaft der örtlichen Bauern verwaltet. Wir verteilen uns auf die luxuriös eingerichteten Gästehäuser und machen uns dann noch einmal auf, um die nähere Umgebung zu erkunden. Schließlich ist es noch hell und wir haben noch Energie für ein paar schöne Kurven und Schotterstrecken. Mit einem weiteren leckeren Essen beschließen wir den Tag, den auch das aufgezogene Gewitter nicht mehr verderben kann.
Grenzhopping
Am Ende des langgezogenen Tals befindet sich der Rinka-Wasserfall, der zweithöchste Sloweniens. Wir nutzen die Zeit zwischen Frühstück und Abfahrt für einen kurzen Trip dorthin. Der Anblick des ungefähr neunzig Meter tief fallenden Wassers entschädigt für die kurze Wanderstrecke vom Parkplatz aus. Von den Einheimischen erfahren wir, dass die Gegend besonders bei Kletterern und Wanderern beliebt ist. Hier könnten wir es länger aushalten, doch die Straße ruft nach uns. Daher verlassen wir das gastliche Tal und bewegen uns in Richtung …

Von Kranjska Gora kommend nehmen wir den Vršič-Pass, eine Militärstraße aus dem Ersten Weltkrieg, in Angriff (links). Rovinj besticht durch seine schöne Altstadt und die Lage direkt am Meer..
Den vollständigen Bericht lesen Sie in REISE MOTORRAD 4/2012.Text: Jens MüllerBilder: Jens Müller, Ales Ferer