Pure & Crafted ? Räder und Klänge in der Hauptstadt


Die Szene boomt: Der New-Heritage-Lifestyle, in „Wheels and Waves“ eindeutig dem Motorrad zugeordnet, kommt uns mit „Pure & Crafted“ quasi inkognito ­entgegen. Anders als in Biarritz dominierte in Berlin die Musik, die Bikes waren eher Nebensache. Auch ein Weg …



Mitunter schließt sich ein Kreis gänzlich ­unerwartet. So wie es in Deutschlands Hauptstadt auf dem Gelände des alten Postbahnhofs der Fall war. 82 Jahre lang war die Schaubude Moto­drom nicht mehr in Deutschlands Metro­pole gewesen. Beim „Pure & Crafted“-­Festival stand die die hölzerne Trommel des Moto­droms, seit einigen Jahren vom Münchner Freak Donald Ganslmeier wieder erfolgreich bespielt, exakt dort zum letzten Mal, wo sie vor 84 Jahren in Betrieb genommen worden war: in Berlin.

Dort war die Holzkonstruktion mit 16 Metern Durchmesser einst gebaut worden. Und just in der Stadt an der Spree wurde sie nun ausgemustert; schon auf dem Münchner Oktober­fest drehte sich im Motodrom eine neue Trommel, in der Donald und seine Kollegen ihre zwei Indians und die kleine Honda teilweise sogar zu dritt nebeneinander an der senkrechten Wand entlang pilotieren. Wie überall, wo das Motodrom in Festivals integriert ist, war auch in Berlin die Begeisterung der Zuschauer groß.

Hauptmagnet war sicher die Musik, doch auch was sich an Motorrädern beim Pure & Crafted einfand, konnte sich sehen lassen

In direkter Nachbarschaft zu diesem eindrucks­vollen Schaustellergeschäft waren sie zu sehen, die Umbauten von Kradwahn, Kistenfabrik, Motorcircus und all den anderen Szenegrößen, Urban Motors als Platzhirsch ganz vornedran. Nagel Motors aus Garmisch ­beeindruckte zusätzlich mit seinem Hot Rod. Scheinbar willkürlich waren die Schrauberbuden-Unikate vieler Marken mit Schwerpunkt BMW auf dem Freigelände ­abgestellt; nur wenige von ihnen fanden Platz in den ­kleinen, weißen Zelten der Aussteller.

Im Zentrum des  Interesses der rund 7 000 Besucher von „Pure&Crafted“ stand ganz klar die Musik der Punkrock-Helden von Refused, des Geschwister-Trios Kitty, Daisy & Lewis und natürlich von The Hives aus Schweden sowie neun weiteren Bands, die sowohl auf dem Freigelände (leider limitiert bis 22 Uhr) als auch indoor besten Rocksound produzierten.

Ebenfalls nicht über mangelndes Besucherinteresse klagen konnten die Aussteller im „General Store“, in dem sowohl Hersteller handgefertigter Waren wie auch sehr individuell arbei­tende Gastro-Künstler ihr Wochenend-Domizil ge­nommen hatten. Lederlinge der Berliner Manufaktur Emma Opitz, Hüte und Mützen der schon 1865 gegründeten Marke Stetson sowie andere Fashionbrands boten den Augen überquellende Reize. Das hochindividuelle Angebot passte vorzüglich zum rustikalen Vintage-Charakter des einstigen Postbahnhofs.

BMW, immerhin Titelsponsor, hielt sich übrigens wohltuend zurück. Ganz schön schlau, die Bayern. Pushen ein Musikfestival und bringen die Besucher quasi hintenrum zum Szenebike. So gesehen könnte man sagen, dass sich auch hier ein Kreis zu schließen beginnt.

Text: Ulf Böhringer
Bilder: Jörg Künstle




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20.12.2015
Text: Ulf Böhringer Bilder: Jörg Künstle
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