Sünden-Knuckle


Knucklehead-Chopper von SinCity-CyclesDieser ausnehmend puristisch gestaltete Chopper stammt aus der Werkstatt von SinCity Cycles aus dem nordbadischen Sinsheim

Shop-Inhaber Ralf Zander ist ein alter Hase im Harley-Business. Schon zu Zeiten von „Monster Motors“ in den 80er Jahren schraubte er für den damaligen Inhaber Eckhard und zusammen mit den Kollegen Uwe und Manfred an alten Harley-Davidson-Aggregaten. Die Firma hatte in der Szene einen guten Ruf als die richtige Adresse, wenn es um Motorenrevisionen ging. Als die Firma Monster Motors aus familienrechtlichen Gründen aufgelöst wurde und Eckhard ausschied, übernahm Uwe die Firma und betrieb seitdem in Meckesheim den Shop „Tornado Twins“. Ralf und Manfred blieben ihm als Arbeitskräfte treu. Ralf übernahm schließlich nach Uwes viel zu frühem Tod das Business. Wieder wurde umfirmiert, der Shop zog ein paar Kilometer weiter nach Süden in die Große Kreisstadt Sinsheim, ein Schelm, der beim Namen SinCity und Sin(s)heim einen Zusammenhang vermutet.

Wegen des Shovelgehäuses links  passt ein Primär mit Starter dranKunde Thomas kennt Ralf noch aus den Tornado-Twins-Zeiten. Thomas besitzt eine feine Handvoll Harleys und hat sehr genaue Vorstellungen davon, wie seine Motorräder aussehen sollen. Früher hat er seine Motorräder überwiegend selbst gebaut, wegen seines Job fehlt ihm aber heutzutage die Zeit dazu. Nachdem er sich bei SinCity vor ein paar Jahren eine Panhead hat bauen lassen, war ihm jetzt nach einer Knuckle zumute. Als Maniak und Sammler besaß Thomas körbeweise Teile, Rahmen, Springergabel und mehr, und es galt, all diese Parts zu einem fahrbaren Ganzen zu komponieren. Wichtig war ihm bei dem Projekt, dass das Motorrad seine Patina behält und nicht wie ein überrestauriertes Schaufenstermopped daherkommt. Zuverlässig sollte es sein, und einen E-Starter sollte es auch haben! Die Nummer mit einem E-Starter an einem Knuckle-Motor ist hochgradig schwierig, aber rein zufällig stammte die linke Kurbelgehäusehälfte des original alten Knucklehead-Motors von einer Shovel, was den Anbau eines Alu-Primärs natürlich mächtig vereinfachte. Ehrensache, dass das komplette Aggregat inklusive des Getriebes komplett von SinCity überholt wurde. Was die Blechteile anging, so schwebten Kunde Thomas die wunderbaren „Ribbed Fender“ von Easyriders aus Japan vor. Die tragen eine erhabene Finne in der Mitte.

Die namensgebenden der Rockerboxen-Cover stammen von Flathead PowerUnd um die Linie durch das Motorrad laufen zu lassen, musste auf den Tank eine solche Finne aufgezinnt werden. Noch zwei Dinge wollte Thomas: Zum einen sollte das Bike auf gar keinen Fall eine Bling-Bling-Queen sein, und zweitens waren meterlange „Upsweept“-Rohre mit Fishtail-Enden ein Muss. „Es hat gut zwei Jahre gebraucht, bis wir alles zusammen hatten. Zum Beispiel bekommt man solch einen Auspuff für eine Knucklehead nicht an jeder Ecke, da braucht’s Geduld, bis man so was aufgetrieben hat“, resümiert Ralf Zander. „Unser Credo lautet: Warum sollten die alten Dinger nicht zuverlässig laufen, unse­re Altvorderen sind vor 70 Jahren doch auch weite Strecken damit gefahren. Es muss nur richtig gemacht werden, man muss einfach wissen, was zu tun ist.“ Genau so ist es. Wir von DREAM-MACHINES gratulieren zu diesem straighten, cleanen Chopper, denn der beweist einmal mehr eindrücklich: Weniger ist manchmal so viel mehr!
 

Text: Dr. Heinrich Christmann
Bilder: Volker Rost




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20.01.2015
Text: Dr. Heinrich Christmann Bilder: Volker Rost
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Stand:28 September 2016 05:24:00