Japanische Customizer legen einen neuen Oldstyler auf. Diesmal ist ihr Projekt besonders wagemutig, denn der Typ 9 läuft mit hochmodernem Twin Cam-Motor
Als die ersten knochigen Zero-Bikes vor zwei Jahren auf den Markt kamen, hatten wir sie umgehend vorgestellt. „Zero Engineering“ stand für starre Gooseneck-Rahmen, Tropfentank, schmale Fender, Ballonreifen, Solo-Sitzpfännchen und überhaupt einen oldschooligen Showstyle, den die Japaner über Jahre geprägt hatten. Das alles auf Harley-Basis, mit originalen Evolution-Motoren und dann noch Made in Japan. Das neue Modell „Typ 9“ zeigt die gleiche Linie. Nur bei genauerem Hinsehen offenbaren sich interessante Details. Der Motor ist ein Twin Cam 88, und das Rahmenheck hat eine interessante Federung.
Das Funktionsprinzip der Trapezfederung mit ihrem versteckten Federbein
offenbart sich erst nach längerem Hinschauen
Eine interessante Federung
Die Heckfederung erfolgt nicht nach dem Softail-Prinzip mit Starrrahmen-Optik und versteckt liegenden Federbeinen. Stattdessen schließt das Heck mit einer trapezförmigen Konstruktion, deren CNC-gefräste Ausleger direkt am Heckrahmen befestigt sind und sich über gegossene Achsaufnahmeplatten mittels zweier Stahlrohr-Schwingenarme auf ein zentrales Federbein, das aufrecht hinterm Motor steht, abstützt. Das hört sich kompliziert an, ist es mechanisch auch. „Zero Multi Arm Suspension“ nennen die fernöstlichen Schöpfer ihre Kreation.
Diese Konstruktion ist nicht nur was fürs Auge von Technik-Ästheten, sie funktioniert auch noch perfekt. Sie zeigt ein außerordentlich feinfühliges Ansprechverhalten und einen durchaus der Rede werten Federweg. Wir haben das selbst probiert, denn wir sind die „Typ 9“ gefahren.
Die coolen Avon-Ballonreifen
Vom Einlenkverhalten des Vorführmotorrads waren wir nicht begeistert. „Man muss sich darauf einlassen“, stimmte uns ein Mitarbeiter des Deutschland-Importeurs ein. Es könnte am oldstyligen Ballonreifen Avon MK II liegen. Diese coolen Reifen wurden mal für Gespanne entwickelt. Mit ihrer Profilkante sind sie nichts für Kurven, denn in Schräglage rollen die Reifen auf der Kante, und dahinter endet das Profil. Der deutsche Importeur denkt inzwischen über eine Umbereifung nach. Aber mit anderen Reifen würde das Bike auch langweiliger aussehen. Und unser Chefredakteur schwört auf Avon MK II, er fährt seit 15 Jahren damit und hat sich längst auf die kantigen und harten Gummis eingestellt.
Twin Cam-Motor im Custombike
Der originale Harley-Davidson Twin Cam in einem solchen Custombike ist außergewöhnlich. Mit seiner Einspritzanlage und den erforderlichen Pumpen und Filtern im Tank lässt der Motor sich nicht mal eben so in ein Custombike verbauen. Den meisten Garagenschraubern ist das zu kompliziert, und deshalb lassen sie das modernste Harley-Triebwerk links liegen. Zero hat ohne Scheu zugegriffen und …
Info & Kontakt
Zero Engineering Germany
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www.zeroengineering-germany.comText: Heinrich ChristmannBilder: Volker Rost