Auch ein Factory Custom kann noch gepimpt werden. Wir wollten wissen, ob es sich auch in der verschärften Version fahren lässt
Die Cross Bones fährt nicht mehr im neuen Modelljahrgang von Harley-Davidson. Schade, denn die Cross Bones war eigentlich schon ein Custombike, ein so genanntes „Factory Custom“. Aber der Begriff „Customer“ heißt zu deutsch „Kunde“. Und Kunden wollen sowieso mehr.
Ein Kunde namens Boris kam deshalb mit ganz konkreten Vorstellungen zu den Jungs vom V2 Service Odenwald. Er wollte eine fabrikneue Cross Bones mit einem breiteren, aber dennoch fahrbaren Hinterreifen mit angepassten Fendern. Er wollte eine neue Linie des Tanks, er wollte einen neuen Lenker, und er wollte einen anderen Sitz. Mit den Schraubern der Reichelsheimer Werkstatt klärte er das in allen Details ab, und schon ging es los.
Apehanger mit Ecken und Kanten
Den Apehanger lieferte Custom Chrome Europe aus Fred Kodlins Santee-Serie. Die Odenwälder modifizierten ihn. Die innenliegenden Elektrokabel zogen sie durch die winkeligen Rohre. Das war keine einfache Angelegenheit. Ihr Trick: Sie kippelten zunächst eine an einer Angelschnur befestigte Mutter durch die Rohre.
Noch eine Besonderheit kennzeichnet den Lenker. Er sitzt auf speziellen, Vibrationen dämpfende Risern. Unsere Testfahrt stellte es unter Beweis. Die Finger sind uns nicht eingeschlafen.
Die Armaturen stammen von Küryakyn und nennen sich „Zombi Levers“, die Round Hole-Griffe lieferte Arlen Ness.
Breitreifen in neuer Schwinge
Um den breiteren Hinterreifen unterbringen zu können, musste eine neue Schwinge her. Die kommt, genauso wie die 18-zölligen Räder und die passend designten Bremsscheiben und das Pulley, von HPU. Die nach links hinters Pulley verlegte Bremse erlaubt rechts freie Sicht auf das fünfspeichige Dark-Wheel im Smooth-Design.
Vorn dämpft weiterhin die serienmäßige Springer-Gabel. Hinten arbeitet ein Airride-System. Das reckt den BK-Fender für die Fahrt in die Höhe, vor dem Eiscafe senkt es das Heck und macht eine flache Linie. Natürlich bewegt sich das Bike auch abgesenkt, der Treiber muss aber mit Komforteinbußen durch die auf Block gehende Federung rechnen. Die Kurventauglichkeit findet dann schnell eine Grenze, zumindest auf der linken Seite. Dort macht der Seitenständer dem Spaß ein Ende.…



Harley-Davidson Cross Bones
- Baujahr: 2009
- Motor: original, Ventildeckel und weitere Parts gepulvert
- Luftfilter: Roland Sands Design
- Auspuff: Vance & Hines
- Primärtrieb: HPU 2 cm Versatz
- Getriebe: original
- Sekundärtrieb: Belt
- Rad vorn: HPU Dark-Wheel 3,5 x 18” mit 130/60-18
- Rad hinten: HPU Dark-Wheel 9 x 18” mit 260/40-18
- Bremse vorn: Sattel Serie, Scheibe HPU Smooth 5 Speichen
- Bremse hinten: HPU Pulley-Bremse
- Tank: Serie, verlängert
- Lenker: Kodlin, modifiziert
- Griffe: Ness-Tech
- Armaturen: Küryakyn Zombi Levers
- Spiegel: Malteser Cross
- Blinker vorn: Ochsenaugen
- Blinker hinten: Kellermann
- Fender vorn: BK Dragger
- Fender hinten: BK Stiletto mit integriertem LED-Rücklicht
- Kennzeichenhalter: Thunderbike, modifiziert
- Fußrasten: PM
- Sitz: V2 Service Odenwald
V2 Service Odenwald
Beerfurtherstraße 41
64385 Reichelsheim
Tel 06164 - 50 30 41
Fax 06164-50 30 42
www.v2-service-odenwald.de
… weiter geht’s in der BIKERS NEWS 12/11
Text: Jens MüllerBilder: Volker Rost